Film DAS SCHICKSAL von Youssef Chahine
Im Rahmen des 40. Filmtages des Mittelmeeres 23.1. – 8.2.2025
Ägypten, Frankreich 1997/ Regie: Youssef Chahine/ Besetzung: Nour El-Sherif, Laila Eloui, Mahmoud Hemida u.a./ 135 min. | arab. OmeU
DAS SCHICKSAL führt uns ins Andalusien des 12. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht der berühmte Ibn Rushd – oder Averroes, wie er im europäischen Mittelalter genannt wurde. Er ist ein angesehener Richter und Gelehrter unter dem Kalifen Al-Mansur, dessen Herrschaft im Spannungsfeld der drohenden Reconquista und des Aufkommens radikaler islamischer Sekten zunehmend intoleranter und autoritärer wird. Die historische Erzählung darüber, wie Averroes – der in den philosophischen Texten des Mittelalters als „der Kommentator“ erwähnt wird, weil er mit seinen ausführlichen Kommentaren zu Aristoteles („der Philosoph“) dessen Werk bewahrt und zugänglich gemacht hat – in dieser neuen politischen Lage der Boden der Toleranz entzogen wird und er selbst zum Opfer politischer Unterdrückung wird, dient Youssef Chahine als Parabel, die ihm ermöglicht, über unsere Zeit zu reflektieren.
Geboren 1926 in Alexandria, gehört Youssef Chahine mit Satyajit Ray (*1921) und Ousmane Sembène (*1923) zu jener Generation von Filmemachern aus dem Globalen Süden, die seit den 50er Jahren mit humanistischen, vom italienischen Neorealismus geprägten Filmen internationale Aufmerksamkeit erregten. Obwohl er mehrfach für die Palme d’Or nominiert war, wurde Chahine wegen seiner politischen Nähe zum Nasser-Regime und zu Moskau häufi g mit Skepsis betrachtet und erhielt zu Lebzeiten nicht die Anerkennung, die etwa Satyajit Ray zuteil wurde.
MIT EINFÜHRUNG: Prof. Dr. Nikolas Jaspert, Historisches Seminar der Universität Heidelberg
KARTENVERKAUF:
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Montpellier-Haus Kettengasse 19 (Altstadt)
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Karlstorkino
eine Stunde vor der ersten Vorführung bis zum letzten Film
Online: www.filmtage-mittelmeer.de