ROBIN CAMPILLO ENZO
Frankreich, Belgien, italien 2025, Regie: Robin Campillo 102 Minuten, mit Eloy Pohu, Pierfrancesco Favino, Élodie Bouchez, Maksym Slivinskyi, nathan Japy, franz. Original mit deutschen untertiteln,ab 16 Jahren
Garten des Völkerkundemuseums vPST, Hauptstraße 235, 69117 Heidelberg, Eintritt 12 €, ermäßigt 9 €, Mitglieder Medienforum 8 €, Karten-Vorverkauf online: www.fi lmtagemittelmeer.de
Hochsommer an der Côte d’Azur, ein Haus mit Pool und Meerblick. Eigentlich soll der 16-jährige Enzo die Schule beenden und studieren, wie es sich gehört. Doch im stillen Protest gegen die eigene Bourgeoisie fängt er auf einer Baustelle an – zum Missfallen seiner Familie. Aber auch sein neuer Boss ist unzufrieden mit Enzo, weil dieser selbst
mit den einfachsten handwerklichen Aufgaben Probleme bekommt. Viel wohler fühlt sich der Junge bei seinem älteren Kollegen Vlad aus der Ukraine. Der Arbeiter wird das männliche Vorbild, das dem behüteten Wohlstandskind vielleicht immer gefehlt hat – doch noch ganz andere Gefühle kommen zum Vorschein und machen alles komplizierter.
Wer bin ich, wenn ich nirgendwo wirklich zu Hause bin? Die sonnengetränkten und sehnsuchtsvollen Bilder eines südeuropäischen Sommers erinnern fern an CALL ME BY YOUR NAME, doch ENZO wirft dabei einen von Grund auf ehrlichen Blick auf das Erwachsenwerden – mit allem jugendlichen Unbehagen, das dazugehört: gegenüber der eigenen Identität, den eigenen Gefühlen, dem eigenen politischen Bewusstsein. 2025 eröffnete der Film die Sektion Quinzaine des Cinéastes in Cannes.